1900 -                1910 -                 1920 -                 1930 -                1940 -                 1950 -
        1960 -                1970 -                 1980 -                 1990 -                2000 -                 2010 -
   
     

     1193 - 1909    Die Anfänge der Luftfahrt
 
   
   
   
                                         
                                         
   
 
 
                                         
                                         

 
Die Chronik der Kölner Luftfahrt
von Heribert Suntrop

                                         
Keine Haftung für unvollständige oder fehlerhafte Informationen.
Quellenangaben können gerne bei mir erfragt werden.
     
                               
Diese Chronik ist Eigentum von Heribert Suntrop.
Eine Kopie, auch auszugsweise, ist ausdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt.



1193-00-00












Der scholastische Gelehrte Albertus Magnus fliegt mit der Tochter des Königs von Frankreich von Paris nach Köln. Dieser wohl älteste Hinweis auf die Kölner Luftfahrt ist in der Mythologie zu finden.
So veröffentlichte der Kölner Beyerlinck 1631 in seinem Lexikon Magnum Theatrum Vitae Humnae (übersetzt: Großer Schauplatz des menschlichen Lebens, Köln 1631) die erste zusammenfassende Fluggeschichte.
Es handelt sich hierbei um eine Aufzählung sämtlicher Flugversuche, von denen er gehört oder gelesen hatte.

Der Hinweis auf Köln lautet:
„ ... der deutschen mittelalterlichen Überlieferung nach flog der scholastische Gelehrte Albertus Magnus mit der Tochter des Königs von Frankreich von Paris nach Köln“.

Albertus Magnus Kölner Flieger
 

Albertus Magnus lebte von 1193 bis 1280 und wirkte lange Zeit in Köln als Kirchenlehrer und Dominikaner. Er war Gründer des Generalstudiums Köln und Wegbereiter des deutschen Neuplatonismus und der Mystik.
Das Grab des Albertus Magnus befindet sich in der Kirche St. Andreas in Köln.

(*) Anm.: Aus H.L. ist nicht zu entnehmen, daß L. Beyerlinck Kölner ist; auch ist A. Magnus nicht erwähnt. (J. Sighart lag zur Überprüfung nicht vor.) (M. Michael 09.06.1996)

   
  Das mittelalterliche Köln
 
Mit freundlicher Genehmigung von Siegfried Glos -> www.das-alte-koeln.de
 
1230-00-00


Der Butzweiler Hof, nach dem bald 700 Jahre später der Kölner Flughafen benannt wird, ist als landwirtschaftliche Nutzfläche bezeugt.
Der Hof gehört zum Stift St. Andreas. Eine Kunigunda bewirtschaftet auf dem Butzweiler, hinter Ossendorp gelegen, 26 Hufe Land nach dem Erbrecht und zahlt dem Stiftskapitel 2 Malter Weizen.
Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts befinden sich in Butzweiler zwei Höfe, die von drei (1816) und 20 (1843) Personen bewohnt werden.
 
 
1783-09-19
Zum ersten Mal erhebt sich ein mit Lebewesen (Hammel, Hahn und Ente) besetzter Heissluftballon von der Erde. Der von den Gebrüdern Joseph und Etienne Montgolfier gebaute „Aerostat“ wird in Gegenwart des Königs Louis XVI. in Versailles öffentlich vorgeführt.
 
 
1783-11-21



1.Start eines Heissluftballons, der MONTGOLFIERE
Der Franzose Pilatre de Rozier erhebt sich als erster Mensch in einem von den Gebrüdern Montgolfier gebauten Heissluftballon - Aerostat genannt - in Anwesenheit des Königs Louis XVI. und einer riesigen Menschenmenge von der Erde und treibt anschließend in Begleitung des Marquis d’ Arlandes mit dem Ballon 25 Minuten über Paris.
*) Nach dieser Quelle: am 21.10. und in 2 Stunden in 1000 Metern Höhe
 
 
1783-12-01








1.Start eines Gasballons, der CHARLIERE
Der französische Professor Charles steigt in Begleitung von Robert mit seinem Wasserstoffgasballon vom Startplatz auf dem Marsfeld in Paris zu seiner ersten Fahrt auf.
300 000 (?) Menschen spenden beim Start den kühnen Ballonfahrern Beifall.
Nach zwei Stunden Fahrtdauer landet der Ballon 40 km von Paris entfernt.

Nach dieser Quelle: drei Stunden und 45 Minuten sowie Fragezeichen bei 40 km ) -->


Nach dieser Quelle: Start von den Tuilerien aus

 
 
1785-10-21







Der Rat der Stadt Köln erläßt ein Startverbot für einen Ballon des Franzosen Jean-Pierre Blanchard.
Er gestattet ihm nur, seinen Ballon öffentlich zur Schau zu stellen.

Nach dieser Quelle: Ein Antrag Bl. an den Kölner Rat von diesem Tag wird abschlägig beschieden mit dem Argument, es sei vermessen gegen Gottes Barmherzigkeit gesündigt, derartiges zu unternehmen.



Jean-Pierre Blanchard
 
 
1788-05-00



Dr. Georg Haffner, der Landphysikus des Amtes Monheim, läßt in Deutz vom Gasthof (?) „Zum wilden Manne“ einen Ballon eigener Bauart (Konstruktion (?) Charlière ) drei Mal steigen.

Nach dieser Quelle: Aufstieg von drei erleuchteten, unbemannten Luftballonen mit Erlaubnis des Deutzer Amtmanns Sand. Eine große Anzahl von Schaulustigen kommen und geben viel Geld aus.
 
 
1788-06-13
Drei Luftschiffern, die mit einem Ballon aufsteigen wollen, wird ihr Vorhaben untersagt.
Sie setzen sich jedoch darüber hinweg und erobern als erste die Lüfte über Deutz - damals noch Nachbarstadt von Köln.
 
 
1788-06-00

Der Landphysiker des Amtes Monheim, Dr. Georg Haffner, kündigt mehrmals per Anzeige seine Absicht an, in Deutz mit einem selbst angefertigten Ballon aufzusteigen. Bei der Herstellung konnte das interessierte Publikum gegen Zahlung eines „Konvenzionsthalers“ im Gasthaus zum „Wilden Manne“ in Deutz zuschauen.
 
 
1795-06-29



Die Franzosen lassen am Rande der Stadt Köln - vor dem Hahnentor - einen Fesselballon mit einem militärischen Beobachtungsposten aufsteigen.

In einem Beschwerdebrief des Balthasar Kourt an die französische Verwaltung vom 15.07.1795 fordert er eine Entschädigung für die durch das Auflassen des Ballons auf seinem Feld entstandenen Schäden

 
 
1808-04-00


Ballonaufstiegsversuche in Köln durch die Luftschiffer Sinval und Guerin.

Nach dieser Quelle: Sie geben ihre Absicht einen Ballon aufsteigen zu lassen, von dem dann Guerin mit einem Fallschirm abspringen wird, in zwei Zeitungsinseraten bekannt.
 
 
1817-00-00





Eine „Allerhöchste Kabenittorder“ des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. sanktioniert den Ankauf von 400 Morgen der Wahner Heide von den Geschwistern Heeremann-Zuydwyk auf Burg Wahn.
Der Platz hat eine Größe von 1500 x 700 Metern und dient als „Revue“- und Schießplatz.

Anlage eines Schießplatzes unter der preußischen Herrschaft.

Erstmals Übungen preußischer Truppen auf der Wahner Heide.
 
 
1818-00-00
Erwerb des ersten Übungsplatzes, der rund 60 rheinische Morgen groß ist, durch den preußischen Staat.
 
 
1847-05-00



Zwei Ballonstarts in Köln durch den berühmten englischen Astronauten Charles Green.
Das interessierte Publikum hat gegen Bezahlung von 5 Silbergroschen Gelegenheit, Greens Ballon samt verbessertem Fallschirm im großen Casino-Saal zu Köln zu besichtigen.

Green ist einer der beliebtesten Ballonfahrer des 19.Jahrhunderts (*1785, + 1870), dem 506 Aufstiege gelungen sein sollen.

 
 
1861-00-00
Angeblich hat sich Paul Hänlein (1835-1904) in Köln-Bayenthal mit dem Bau eines Luftschiffmodells beschäftigt, mit dem ihm im 1871-10-00 einige Flugversuche gelingen.
 
 
1870-08-30
Der englische Luftschiffer Henry Coxwell (1819-1900) - von der preußischen Heeresverwaltung verpflichtet - bildet auf dem Gelände der Eisenbahnwerkstatt Köln-Nippes ein Détachement von 40 Mann in der Handhabung des Materials und bei einigen Ballon-Fesselaufstiegen aus.
 
 
1870-08-31



Krieg gegen Frankreich 1870/71

Bildung zweier Luftschiffer-Détachement in Köln - je 1 Offizier und 20 Mann stark - unter Pr.-Leutnant Joesten und Leutnant d. R. Mieck.
Technischer Ausbildungsleiter ist der englische Luftschiffer Henry Coxwell. Von ihm werden zwei Ballone mit 650 und 1150 Kubikmeter Inhalt angekauft.

 
 
1870-08-30
Coxwell bildet in der Eisenbahnwerkstatt Köln-Nippes ein Détachement von 40 Mann in der Handhabung des Materials und bei einigen Fesselaufstiegen aus.
 
 
1870-09-08
Das vom 1870-08-30 - 09-05- von dem englischen Luftschiffer Henry Coxwell auf dem Gelände der Eisenbahnwerkstatt in Köln-Nippes ausgebildete Détachement rückt mit dem kleineren Ballon zur Belagerung Straßburgs aus. Die Auflösung erfolgt bereits am 10.10.1870.
 
 
1871-10-00
Mit dem von Paul Hänlein (1835-1904) in Köln-Bayenthal im Jahr 1861-00-00 (angeblich) gebauten Luftschiffmodell gelingen (ihm ?) einige Flugversuche.
 
 
1876-00-00
Der im Jahr 1817 vom Preußischen Staat angekaufte und 1860 erweiterte Truppenübungsplatz auf der Wahner Heide muß nochmals erweitert werden auf 7.500 Meter Länge und 2.000 m Breite (= 1.500 Hektar).
 
 
1878-03-00
Der Aviatiker aus Brüssel, Gustave Landreau, ersucht beim Polizeipräsidenten um die Erlaubnis, am 15. und 19.05. gemeinsam mit seinem Kollegen Palont in Köln mit dem Ballon aufsteigen zu dürfen.
 
 
1880-00-00
Der Aeronaut Maximilian Wolff führt als ständige Attraktion im Riehler „Goldenen Dreieck“ Ballonfahrten durch.
 
 
1881-08-31
Gründung des „Berliner Verein für Luftschiffahrt“.
Dieser stationiert später den Ballon „Süring“ in Köln.
 
 
1885-00-00


Luftschiffer von dem am 1884-06-01 in Berlin eingerichteten „Ballon-Détachements zur Aufstellung von Versuchen mit Captiv-Ballons“, welche ihre Kaserne und Werkstatt auf dem Ostbahnhof in Berlin haben, nehmen u.a. an einer artilleristischen Belagerungsübung bei Köln (Wahn) *) teil.
Zu den Offizieren der Einheit gehört Preuß. Leutnant v. Schudi.
 
 
1887-04-01



Das „Ballon-Détachements zur Aufstellung von Versuchen mit Captiv-Ballons“ - gegründet am 1884-06-01 wird nach zweimaliger (März u. Mai 1886) Etataufstockung - umbenannt in „Luftschiffer-Abteilung“. *)
Die Soldaten tragen Garde-Pionier-Uniform mit einem „L“ als Abzeichen.

*) Sie ist Vorläuferin für die bald ins Leben gerufenen Festungs-Luftschiffer-Abteilungen und die späteren Luftschiffer-Bataillone.

 
 
1888-08-08



In Brüggen/Erft wird Jakob Möltgen geboren -(+ 15.12.1875)-.
Möltgen wird ab Mitte der 1920er Jahren einer der bekanntesten Kölner Flieger:
Er ist ab 1926 Chef der Kölner Fliegerschule des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL), Fluglehrer, Sachverständiger und Mitbegründer des Sportflugplatzes Köln Butzweilerhof, des Kölner Clubs für Luftsport (KCfL),Vorsitzender der Motorsportabteilung des KKfL und Flugleiter und Chef der Fliegerschule Köln.
 
 
1888-00-00

Gründung des „Ballon-Sport-Club Cöln, gegr.1888“.
Am 07.06.1890 bezeichnet sich Maximilian Wolff in einem Schreiben an den Polizeipräsidenten von Köln als Ingenieur und schriftführender Vorsitzender.
 
 
1889-00-00



Es soll in Köln eine “Vereinigung zur Förderung der Luftschiffahrt“ gegeben haben.
Unter Führung eines „Kapitäns“ Maximilian Wolff (1880-1889) werden an Wochenenden Ballonfahrten unternommen.
Zu den ersten Kölner Luftsportlern gehören prominente Bürger der Stadt, wie z. B. Dr. Eckert, der spätere Rektor der Kölner Universität, Josef Stelzmann, die Gebrüder Stollwerk und die Gebrüder Clouth.
Gestartet wird in Deutz.
 
 
1889-06-08




Beim Füllen des Ballons „Colonia“ auf dem Gelände der Internationalen Sportausstellung passiert Maximilian Wolff ein Mißgeschick: Der Ballon platzt.
Schnell wird das kleinere Luftschiff „Schwalbe“ startklar gemacht. Der Ballon steigt unter großer Zuschauerbeteiligung in gefesseltem Zustand auf, erhält aber kurz danach infolge einer starken Windbö eine Delle und muß am Weiher im Zoologischen Garten notlanden.
Anm.: Internationale Sportausstellung im nördlichen Teil des (heutigen) Zoos, in dem sich bis nach dem 2.Wk. eine Radrennbahn befand und heute die Spielplätze aufgebaut sind.
 
 
1890-00-00

Der über Kölns Grenzen hinaus bekannte Ballonfahrer Maximilian Wolff gründet als Pendant zum Berliner Vorgänger (1881-09-08) den „Verein zur Förderung der Luftschiffahrt, Cöln“ und avanciert zum Chefredakteur des Sammelwerks „Das Luftschiff“.
Außerdem bezeichnet er sich als Träger der goldenen Club-Medaille des Kölner Ballon-Sport-Clubs.
 
 
1890-07-07













Maximilian Wolff startet mit zwei Passagieren an Bord des Ballons „Stollwerck“ vom Gelände der Kriegskunst-Ausstellung im „Kaisergarten“.
Die Fahrt geht Richtung Bensberg. Mit den Passagieren, dem Kaufmann Peter Schmitz -gleich-zeitig Klimm-Bamm-Präsident und Blaue-Funken-Präsident- sowie dem Fabrikanten Depenheuer im Korb, steigt der Ballon schnell auf 2.400 Meter Höhe.
Bei der Landung in Bensberg geschieht das Unglück. Dort laufen zur Hilfe acht Landarbeiter herbei. Beim Ausstieg der beiden schwergewichtigen Personen reißt sich der so um einige Zentner erleichterte und zusätzlich von einer Windbö gepackte Ballon plötzlich los und nimmt einer der Landarbeiter sowie Peter Schmitz mit sich in die Höhe. Während sich der Vereinspräsident weiter an der Gondel festhalten kann, stürzt der Landarbeiter aus Bensberg ab und verletzt sich schwer.
In ca. 3.000 Metern Höhe gelingt es Wolff schließlich, seinen exponierten Passagier mit einem Seil am Korb festzubinden. Dann kann Wolff landen; Schmitz wird wohlbehalten abgesetzt. Der Ballon jedoch, um das Gewicht des Karnevalspräsidenten erleichtert, steigt sofort wieder in die Höhe. In Overath kann Wolff endlich den Ballon verlassen, indem er in einen Baum springt. Er zieht sich dabei leichte Verletzungen zu. Der Ballon geht später bei Olpe nieder.

Anm.: Der Bericht Wolffs im Kölner Tageblatt vom 08.07. findet so großes Interesse, daß er in weiteren 27 Zeitungen in ganz Deutschland veröffentlicht wird.

 
 
1891-00-00

Otto Lilienthal gelingt als erstem Mensch ein Gleitflug von 15 Meter vom Windmühlenberg bei Derwitz.
Otto Lilienthal
 
 
1892-10-00
Das „Ballon-Détachement zur Aufstellung von Versuchen mit Captiv-Ballons“, aufgestellt am 1884-06-01 in Berlin, absolviert ein Lehrkommando in der Festung Köln.
 
 
1894-05-19





Offensichtlich hat die Verbreitung der Ballon-Unfallgeschichte in den Zeitungen (1890-07-07) die Aufmerksamkeit der Bevölkerung im Hinblick auf die Vermeidung ähnlicher Vorgänge geschärft.. Heute erreicht den Kölner Polizeipräsidenten ein Brief,in dem davor gewarnt wird, dem Luftschiffer Robert Feller, genannt Ferrel, die Erlaubnis für einen Ballonaufstieg zu erteilen. In einem beiliegendem Zeitungsartikel wird berichtet, wie Ferrel das Leben seiner Passagiere durch Trunksucht gefährdet.

Anm.: Welche Maßnahmen eingeleitet wurden ist nicht bekannt. Aber ein Jahr später (1895-06-30) findet man den Astronauten wieder bei Berufsausübung im „Goldenen Eck“ in Riehl.

 
 
1894-05-00
Ein Herr Paulussen stellt den Antrag, den Luftschiffer Robert Feller auf dem Grundstück des Freiherrn von Oppenheim, Riehler Str.163-165, aufsteigen zu lassen.
 
 
1895-06-30












Der Luftschiffer Robert Feller will zusammen mit der bekannten Luftschifferin Luise Giese (25) -Künstlername „Miss Polly“- im „Kaisergarten“ im Riehler „Goldenen Eck“ aufsteigen.
Der für heute von ihr annoncierte Aufstieg ohne Gondel mit dem Sicherheitsballon „Colombus“, ist mit Verfügung des Kölner Polizeipräsidenten vom 30.06.1895 untersagt worden.
Zu „Miss Pollys“ zwei Attraktionen gehört der Aufstieg an einer Strickleiter, die unter dem Ballonkorb hängt. Nach Erreichen einer bestimmten Höhe springt die Artistin mit dem Fallschirm vom Ballon ab. Kapitän Ferrel muß den Ballon dann wieder zur Erde zurückbringen.


Anm:. Nach einer Mitfahrt im Ballon 1888 ließ sie sich zur Ballonführerin ausbilden. Ihren ersten Ballon nähte sie selbst. 1892 wagt sie ihren ersten Fallschirmabsprung, Natürlich mit selbstgenähtem Schirm. Seitdem erhält die Aeronautin Engagements in vielen großen Städten des In- und Auslandes. 1913 gibt sie diesen Beruf auf.

Anm.: Unter dem Künstlernamen „Miß Polly“ tritt auch die bekannte Frankfurter Fallschirmartistin und Ballonfahrerin Kätchen Paulus auf. Beide tragen bei ihren Auftritten Matrosenkostüme und werden häufig verwechselt.
   
   
1896-08-10


Otto Lilienthal stirbt an den Verletzungen die er sich nach einem Absturz zugezogen hat.
  "Lilienthals Traum" - eine einfühlsame Hommage an Otto Lilienthal von Reinhard Mey.
   
 
1897-00-00
Die „Cölner Ballon- und Gummiwarenfabrik Franz Clouth“ wird in Köln-Nippes auf der Niehler Straße gegründet. Gründer ist Kommerzienrat Franz Clouth.
 
 
1898-00-00




Graf Ferdinand von Zeppelin besucht die „Cölner Ballon- und Gummiwarenfabrik Franz Clouth“ und bestellt 18 große trommelförmige Ballons, die in Manzell am Bodensee in das Luftschiffgerippe des ersten „Zeppelin“ LZ 1 eingehängt und dort mit Wasserstoff gefüllt werden.
Auch die Ballonfabrik August Riedinger in Augsburg verpflichtete sich ausschließlich den gummierten Ballonstoff von Clouth zu verwenden.
In den nächsten 20 Jahren stellt die Firma Franz Clouth dann auch selbst Freiballone und (ein) lenkbare(s) Luftschiff(e) in ihrem Werk in Nippes, Niehler Straße her.
 
 
1900-07-01

Graf Zeppelin führt mit seinem Luftschiff LZ 1 die erste Fahrt über dem Bodensee aus.

Hinweis: Die Stoffhülle für LZ 1 wurde von der Kölner Firma Franz Clouth hergestellt und geliefert.

 
 
1901-00-00
Der Ballon des „Cölner Aeroclubs“ erhält den Namen „KÖLN“.
 
 
1902-00-00



Die ersten Kölner Flugversuche mit Flächenflugzeugen (ohne Motor), also Fluggeräten schwerer als Luft, finden auf einer Wiese bei Leichlingen statt.
Diese Fluggeräte aus Stoff und Draht wurden von Solinger Bürgern hergestellt und geflogen.

*) Hinweis: nach anderer Quelle: 1906

 
 
1902-00-00

Dem Kölner Ingenieur Arthur Delfosse (19) gelingen auf der Mülheimer Heide die ersten Luftsprünge.
Delfosse - 1883 in Köln geboren von belgischen Eltern - ist einer der ersten Kölner Pioniere auf dem Gebiet des Flugzeugbaus.
Seit 1902 baut er Eigenkonstruktionen mit denen anfangs nur einige Hüpfer gelingen.
 
   
1903-08-18












Karl Jatho fliegt als erster Mensch mit einem selbst gebauten Motorflugzeug in der Vahrenwalder Heide bei Hannover.
Dieser Motorflug ist durch mehrere Augenzeugen bestätigt und findet ca. vier Monate vor den Gebrüdern Wright statt.

Weiter Informationen zu diesem Luftfahrtpionier auf der Webseite "Das Karl Jatho Projekt"






 
   
 
1903-12-17



Der Amerikaner Orville Wrigth hebt als zweiter Mensch mit einem Motorflugzeug vom Boden ab. Zwölf Sekunden dauert der Flug, bei dem 53 Meter zurückgelegt werden.

Die Gebrüder Wrigth bauen den ersten Flugmotor von 16 PS nach den Plänen des Kölner Erfinders Nikolaus Otto.

 
 
1903-12-00
Eine Kölner Zeitung bringt einen Kurzbericht über den ersten Motorflug der Gebrüder Wrigth mit dem Vermerk, daß es wahrscheinlich bei diesem Versuch bleiben wird ......
 
 
1904-00-00






Bei den diesjährigen Artillerieschießen auf der Wahner Heide nehmen Soldaten der Berliner „Luftschiffer-Abteilung“ mit ihren Drachenballonen (600 cbm) teil.
Sie werden für die Dauer der Fußartillerie-Übungen nach dort verlegt und beobachten und lenken aus ihren hinter den Batterien hochgelassenen Ballonen das Artillerieschießen.
Bei diesen Soldaten befindet sich bereits Erich Gensicke, der am 01-04-1909 vom Luftschiffer-Bataillon in Berlin nach Köln versetzt wird und später dem am 01-10-1911 in Köln gegründeten Luftschiffer-Bataillon 3 angehört.

Anm: Erich Gensicke wird in den 30iger Jahren stellvertretender Direktor des Kölner Flughafens Butzweilerhof.

 
 
1904-00-00
Sensation für die Kölner:
Vier Luftschiffe kreisen gleichzeitig in geringer Höhe über der Stadt.
 
 
1905-10-14



Gründung der “Federation Aeronautique Internationale“ (F.A.I.) .
Mitglied u.a.: der am 28.12.1902 in Augsburg gegründete “Deutsche Luftschiffer-Verband“.

Hinweis: Dem „Deutschen Luftschiffer-Verband“ gehört an seit 1907: als 10. Klub der „Cölner Club für Luftschiffahrt“ (CCfL), der am 06-11-1906 gegründet wird.

 
 
1905-00-00

Bei einem Testflug auf der Mülheimer Heide stürzt Arthur Defosse ab und wird von in der Nähe exerzierenden Soldaten aus den Trümmern seiner brennenden Maschine geborgen.
Aber der Kölner Konstrukteur experimentiert weiter.
 
 
1906-09-09














Der „Cölner Club für Luftschiffahrt e.V.“ (CCfL) *) wird gegründet im Haus Kattenbug 1-3, zunächst unter dem Namen „Kölner Aero-Club 15.01.1907.
Gründungsinitiatoren sind Dr.Cornelius Menzen, Hans Hiedemann**) und Dr.Otto Nourney
sowie Mitglieder aus den Reihen des „Kölner Automobilclubs“.

Präsident wird Rechtsanwalt Dr. Cornelius Menzen.
Mitglieder sind: Dr.Eckert, H.von Stein, Dr.Hildebrandt, Hans Hiedemann,
A.Heimann, Max Clouth, M.Stelzmann, Ernst Krüger
sowie G.Stollwerck und W.R.Greven.

nach diesen Quellen: Dr.Eckert, später Rektor der Kölner Universität,
H.von Stein, J.Stelzmann, W.R.Greven, die Gebrüder Clouth
und Stollwerck, H.Krämer, Dr.A.Heimann, H.L.Dahmen,
Hans Hiedemann und Dr.Best.

Die praktische Ausübung des Luftsports erstreckt sich anfangs auf Freiballone und Luftschiffe.

 
 
1906-00-00

Die Kölner Ballonfahrer erringen als Teilnehmer bei Wettbewerben große Erfolge, die als Weltrekorde vermerkt werden.

So werden in diesem Jahr zum ersten Mal die Alpen überquert; von Paul A. Meckel von Davos aus.

 
 
1906-09-30




Die 1. Gordon-Bennett-Wettfahrt findet ab Paris statt.

Der verstorbene Besitzer des „New-York-Herold“, Mr. James Gordon Bennett, stiftete die Summe von 20.000 Mark zur Förderung der Luftfahrt.
Das war die Grundlage für die alljährlich ausgeschriebene internationale Wettfahrt für Freiballone.
Es können jedoch auch Luftschiffe und Flugzeuge an diesem Wettbewerb teilnehmen.

 
 
1906-11-06
Der am 09-09- gegründete „Cölner Club für Luftschiffahrt e.V.“ (CCfL) wird als „Kölner Aero-Club“ Sitz Cöln a.Rh. in das Vereinsregister eingetragen.
 
 
1906-11-09
Der „Cölner Club für Luftschiffahrt“ (CCfL) wird als 10. Club in den „Deutschen Luftfahrer Verband“ (DLV) aufgenommen
 
 
1907-01-15
Auf der ersten Generalversammlung des am 09-11-1906 gegründeten „Kölner Aero-Club“ erfolgt die Umbenennung in „Cölner Club für Luftschiffahrt“.
 
 
1907-02-09




Der erste Ballonstart des Cölner Clubs für Luftschiffahrt (CCfL) findet in Deutz statt.

Alle späteren Starts ab 28-04-1907 erfolgen auf dem Jugendspielplatz Lindentor am Aachener Weiher. Das 7.750 qm große Areal wird mit 36 Füllstellen ausgestattet.

Die ersten drei Fahrten werden mit geliehenen Ballonen unternommen.

 
 
1907-00-00
Das diesjährige Motto des Karnevalszugs heißt „Bilder aus dem Kölner Leben“. Die Narren nehmen vor allem die Errungenschaften der Technik ins Visier. So verulken sie u.a. die Luftschiffahrt und den Automobilsport.
 
 
1907-04-01

Die Kölner Ballonfahrer beschaffen sich den ersten klubeigenen Freiballon, der auf den Namen „Köln“ getauft wird. Er hat ein Fassungsvermögen von 1.400 cbm. Gas.
Die ersten drei Fahrten werden mit geliehenen Ballonen unternommen (00-00-1907).
 
 
1907-04-06
Der am 01-04- auf den Namen „Köln“ getaufte Freiballon des Cölner Clubs für Luftschiffahrt (CCfL) steigt zum ersten Mal auf.
 
 
1907-04-28



Als erster Kölner Ballonführer erhält der Fabrikant Hans Hiedemann (45) die Ballonführer-Lizenz.

Hiedemann startet mit dem Ballon „Köln“ zum ersten Mal vom Startplatz Lindentor.
Der Cölner Club für Luftschiffahrt (CCfL) verfügt bald über eine ansehnliche Zahl klubeigener und privater Freiballone und kleinerer Luftschiffe, die an vielen Wettbewerben und Ausstellun-gen teilnehmen werden.

 
 
1907-00-00
Der „Cölner Club für Luftschiffahrt“ (CCfL) wird als 10. Club in den „Deutschen Luftfahrer Verband“ (DLV) aufgenommen.
 
 
1907-00-00
Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) richtet die Tagung des Deutschen Luftschiffer-Verbandes (DLV), der Dachorganisation aller Luftfahrt-Vereine, in Köln aus.
 
 
1907-00-00
Gründung des „Deutschen Aero Clubs“ (DAeC).
 
 
1907-00-00
Der Franzose Louis Blériot führt auf der Rennbahn in Köln-Merheim (lrh.) Flugkunststücke vor.
 
 
1907-06-27
Erster großer Massenstart von 35 Freiballonen in Köln.
 
 
1907-07-14

Die Stadt beginnt mit dem Bau einer großen Luftschiffhalle.

Anm.: Es ist hier wohl die Halle der Fa.Clouth in Köln-Nippes gemeint 00-00-1907

 
 
1907-00-00



Der Kölner Fabrikant Franz Clouth läßt in Köln-Nippes eine Luftschiffhalle errichten.
Maße: Länge: 45m, Breite: 29m, Höhe: 17m.
In der Halle baut Clouth sein erstes Luftschiff „CLOUTH “.

Die Halle brennt Jahre später ab

 
 
1907-10-21





Der deutsche Ballonfahrer und spätere Luftschiffbauer Oskar Erbslöh (KCfL) gewinnt mit dem Ballon „Pommern“ die 2. Gordon-Bennett-Wettfahrt in St. Louis (USA) und erhält zum ersten Mal den Pokal für Deutschland.
Den 3. Platz belegt der Kölner Fabrikant und Ballonführer Hans Hiedemann (KCfL) mit seinem Klubkameraden Paul A.Meckel *) sowie dem Ballonfahrer Hauptmann Hugo von Abercron (Kompanieführer der 7. Kompanie/Füsilier-Regiment Nr.39 in Düsseldorf.) im Ballon Düsseldorf“. Das ist ein großer Erfolg für den Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) im ersten Jahr seines Bestehens.
Nach den heute noch gültigen Satzungen muß der gewonnene Pokal im nächsten Jahr in Deutschland, dem Heimatland des Siegers, verteidigt werden.
 
 
1908-05-01
Der Cölner Club für Luftschiffahrt (CCfL) nimmt seinen 2. Ballon, den „Clouth I“ mit 1.200 cbm in Betrieb.
 
 
1908-05-10










Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) veranstaltet ein Ballon-Ausscheidungsrennen mit sehr vielen Teilnehmern für das am 11-10- in Berlin stattfindende 3. Gordon-Bennett-Wettrennen.

Die Sportkommission des Deutschen Luftschiffer Verbandes hat nur sieben Führer für diesen Qualifikationskampf (Dauerflug) um den Preis der Führerschaft im Gordon-Bennett-Wettrennen der Lüfte zugelassen.
Die Ballone „Köln“, „Clouth I“ und „Coblenz“ sind nicht dabei; sie nehmen jedoch am Rennen teil, können jedoch nur Preise, die auf Weitflüge ausgesetzt sind, erringen.
Der Ballon „Köln“ erringt einen solchen Preis.

 
 
 
1908-00-00

Das von dem Kölner Fabrikanten Franz Clouth im vorigen Jahr gebaute Luftschiff „Clouth “ macht, von seinem Sohn Richard geführt, seine erste und letzte Fahrt.
Es stellt sich heraus, daß der Motor für die beiden Propeller zu schwach ist.
 
 
1908-08-02

Es wird die Forderung an die Stadt Köln gestellt, als erste deutsche Stadt dem Grafen Zeppelin eine Luftschiffhalle - mit technischen Anlagen - bereitzustellen.
Die Kölner Bürgerschaft soll mit Spenden den Baufonds bilden.
 
 
1908-08-05



Das Zeppelin-Luftschiff LZ 4 wird in Echterdingen bei Stuttgart während eines Gewittersturms aus der Verankerung gerissen und abgestrieben, wobei es verbrennt.
Aus der spontanen Geldspende der Schaulustigen am Unfallort entsteht die „Natinalspende des deutschen Volkes“, die innerhalb weniger Monate im Reichgebiet 6,1 Millionen Mark einbringt und damit den Weiterbau der Zeppelin-Luftschiffe sichert.
Das nächste Luftschiff LZ 5 wird in genau einem Jahr, am 05-08-1909, nach Köln gebracht.
 
 
1908-08-17
Wilhelm R. Greven (Greven-Verlag), Mitbegründer des KCfL, erwirbt auf dem Ballon „Köln“ seinen Ballonfahrerschein.
 
 
1908-09-01







Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) nimmt seinen 3. und 4. Ballon in Betrieb: „den Busley“ mit 2.200 cbm und den „Overstolz“ mit 1.400 cbm.
Zwei Jahre nach Gründung besitzt der KCfL schon vier klubeigene Ballone: „Köln“, „Clouth I“, „Busley“ und „Overstolz“ und acht Ballone in Privatbesitz von:
Hans Hiedemann, G. Stollwerck, Ludwig Dahmen und Leopold Leven sowie vier der Firma Franz Clouth - Clouth I bis IV - , die alle auch dem Club zur Verfügung stehen.

Der Widerhall der neuen Sportart ist so groß und erreicht eine solche Volkstümlichkeit, daß die Veranstaltungen auf dem Ballonaufstiegsplatz vor dem Lindentor immer zu Ereignissen für die Kölner Bevölkerung werden.

 
 
1908-00-00
Die 3. Gordon-Bennett-Wettfahrten für Freiballone, an denen sich die beiden Kölner Ballonfahrer Hans Hiedemann und Paul A. Meckel beteiligen, finden in Berlin statt.
 
 
1908-10-11
















Bei der Gordon-Bennett-Wettfahrt in Berlin-Schmargendorf gerät der Ballon „Busley“ des Kölner Clubs für Luftschiffahrt unter Führung von Hans Hiedemann mit Dr. Victor Niemeyer*) an Bord, die das Meer bis England von Cuxhaven ab überfahren wollen, bei Helgoland in die Nordsee. **)
Dem Ertrinken nahe, werden sie dank ihrer Geistesgegenwart von einem Dampfer aufgenom-men.

Nach dieser Quelle:
„ Die Fahrt (Anm.: der Teilnehmer) ging nach Südosten. In der Nacht drehte jedoch der Wind nach Nordwesten und die Ballone fuhren in Richtung Nordsee. Außer einigen wegen technischer Schwierigkeiten vorzeitig in Mitteldeutschland gelandeten Ballonen lagen die Landungsorte der übrigen in der Deutschen Bucht, ein Teil wasserte sogar in der Nordsee.
Die Besatzungen konnten jedoch von Fischdampfern gerettet werden.“.

*) vom Niederrheinischen Verein für Luftschiffahrt (MüA I/S.16

**) nach dieser Quelle:
Zwischen Norwegen und Schottland mußten die beiden Ballonfahrer notwassern und wurden erst nach 26 Stunden von einem Kohlendampfer gerettet, als die Ballonhülle zu sinken drohte.
Die Ballonfahrer legten somit die zweitlängste Strecke in der zweitlängsten Fahrtdauer zurück.
Da die Jury nur Bodenlandungen gelten ließ, wurde der Verdienst der beiden Kölner Ballonfahrer nicht gewertet.

 
 
1908-00-00















Man beabsichtigt in Köln ein Fluggelände zu errichten.
Aber erst 1912 kann der Grundstein zum Flughafen Butzweilerhof gelegt werden.
Die Schwierigkeiten liegen darin, daß sich die Militärbehörde wegen des Festungscharakters der Domstadt bis dahin nicht für eine Zusage entscheiden kann.
Mit der Errichtung einer Militärfliegerstation (1912) entfiel diese Ablehnung.

Bis dahin wird in Köln aber konstruiert und geflogen.
Der Kölner Ingenieur Jean Hugot, der als ältester Kölner Flieger gilt, baut sich ein Eindeckerflugzeug (erst 1909)
Als Konstrukteure für Flugzeuge und/oder Flieger sind tätig:
Polizeikommissar Hans von Kösterlein sowie die Kölner: Arthur Delfosse, Bucherer, Wagner, Dr. Hoos, Heinz Falderbaum und Signo.
Der Kölner Bruno Werntgen ist der jüngste Flieger der Welt (15-16 Jahre alt).
Werntgen steht in erfolgversprechenden Verhandlungen mit der Stadt Köln, um auf dem Gelände des Butzweiler Hofs einen festen Standort zu finden.
Wegen Streitigkeiten mit dem Festungsgouvernement siedelt er aber nach Hangelar über.
Die ausländischen Flieger wie Blériot und der erste Looping-Flieger Adolphe Pegoud zeigen in Köln ihre fliegerischen Leistungen.
Die Starts und Landungen finden hauptsächlich auf den Exerzierplätzen in Merheim und Mülheim statt.
Diese Anlagen können jedoch nur behelfsmäßig benutzt und nur auf Widerruf zur Verfügung gestellt werden.

 
 
1909-00-00
In den letzten neun Jahren sind auf dem Gelände des Gehöfs Butzweiler Hof vereinzelt Ballone und Flugzeuge gelandet.
 
 
1909-00-00



Das Luftschiffer-Bataillon 3 *) wird um eine Stelle „Major beim Stab“ vermehrt.
Ferner wird ein „Verkehrsoffizier vom Platz“ für Köln bestellt.

*) Das Luftschiffer-Bataillon 3 wird erst am 01-10-1911 gebildet. Gemeint ist hier die (Voraus-) Abteilung der Berliner Luftschiffer in Köln. 01-04-1909!

 
 
1909-00-00



Die Forderung an die Stadt Köln vom 02-08-1908 zwecks Errichtung einer Luftschiffhalle hat Erfolg:
Die Stadt verhandelt mit der Militär-Bauverwaltung und der Brückenbauanstalt Gustavsburg bei Mainz wegen des Baues einer Luftschiffhalle zu Köln. *)

*) Hinweis: Nur Ingenieure der Eisenbahn können z. Zt. solche Hallen bauen.

 
 
1909-00-00
Die Kölner Ballonfahrer des Kölner Clubs für Luftschiffahrt (KCfL) erringen mit ihrer erstmaligen „Non-Stop-Fahrt“ von 17 Stunden einen Weltrekord.
 
 
1909-00-00








Der Kölner Fabrikant Franz Clouth, Mitglied des Kölner Clubs für Luftschiffahrt KCfL), konstruiert und baut mit Unterstützung einiger Mitglieder des Clubs einen zweiten Lenkballon, den „Clouth II“. *)
Das lenkbare Pralluftschiff hat ein Fassungsvermögen von 1.700 cbm (nach S224 nur 400 cbm) bei einer Länge von 42 m und einem Durchmesser von 8,40 m.
Ein 40PS-Motor treibt zwei Luftschrauben an. Die Gondel hängt mittels Drahtseilen an einem Kiel aus Holzsprengwerk.
Die ersten Fahrten, die unter Führung des Sohnes des Fabrikanten, (auch) Franz Clouth, durchgeführt werden, erfolgen mit drei bis fünf Personen über Köln und Umgebung.

*) Nach dieser Quelle sind diese Angaben falsch, ein Luftschiff „CLOUTH II“ wurde nie gebaut !
(Verwechselung mit dem Ballon „Clouth II“)

 
 
1909-04-01











Das Kriegsministerium in Berlin beginnt mit dem Bau (Fundamentierung) der Luftschiffhalle in Köln-Bickendorf zwischen Venloer Straße und Ossendorfer Weg.
Die Bauzeit beträgt vier Monate. Ausführende Firma: Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg.
Maße der Halle: Länge 152 m, Breite 50 m, lichte Höhe 27,5 m.
Am Bau der Halle ist auch der Ehrenfelder Bauunternehmer Stephan Pöttgen, Lessingstr.6, beteiligt.
Gleichzeitig wird eine Wasserstoffgasanstalt der städtischen Gaswerke in Köln-Ehrenfeld gebaut.

Eine Vorausabteilung des Luftschiffer-Bataillons Berlin wird nach Köln verlegt und dem Verkehrsoffizier vom Platz unterstellt.
Der junge Sergeant Erich Gensicke (29), der bereits 00-00-1904 zu Übungen nach Wahn kam, wird bei der 2. Kompanie Schirrmeister. Ihm obliegt die Pflege und Wartung des Luftschiffes (zunächst Z II) und der Anlagen.

Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) verpflichtet den Luftschiffer Erich Gensicke als Ballonmeister.
Die sportlichen Ambitionen der Offiziere der Luftschiffer bringen für den KCfL einen großen Aufschwung.
Das abgelassene Wasserstoffgas der Lufschiffe wird den Kölner Ballonfahrern über lassen.

Die Luftschiffmaschinisten (von der Reichsmarine kommend) und Kölner Bürger Karl Schuster und Peter Bürvenich warten die Maschinenanlagen des Zeppelins (zunächst Z II).
 
   
1909-04-13
Am Ostersamstag wird durch den Weidener Verschönerungsverein an der Schiller/Eichendorfstr. in Weiden bei Cöln eine Linde - die Zeppelinlinde - zu Ehren von Graf von Zeppelin gepflanzt. Über dieses Ereignis wird Graf von Zeppelin in einem Telegramm informiert.
   
 
1909-05-00


Von Bitterfeld kommend trifft das „Parseval-Luftschiff III“ unter Leitung von Major Stelling ein.
Bald darauf treffen zwei kleinere „Sportluftschiffe“ ein:
das von Ruthenberg aus Düsseldorf und das von Erbslöh aus Leichlingen.
Das letztere wurde von Paul A. Meckel entworfen.
 
 
1909-06-00

Das „M 2“ (richtig: „M II“) genannte Luftschiff des Berliner Majors Gross trifft - unter Führung von Hans Hiedemann - in Köln ein.

Anm.: Major Groß führte bei den militärischen Ballonen der deutschen Armee die Reißvorrichtung ein.

 
 
1909-06-00
Vorsitzender des Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) ist Studiendirektor Prof. Dr. Eckert, Köln.
 
 
1909-06-27











Internationale Ballonwettfahrt in Köln
- Ballon-Massenstart zu einer „Verfolgungsfahrt“- (mit Automobilverfolgung )
Diese erste große Veranstaltung wurde organisiert vom Cölner Club für Luftschiffahrt (und des Gummifabrikanten Franz Clouth *)

Auf dem Gelände des Jugendspielplatzes am Lindentor starten 35 große Gasballone zu einer Verfolgungsfahrt.
Der „Fuchsballon“, die „BUSLEY“ mit einem Volumen von 2200 cbm, ist mit einer großen, roten Bauchbinde versehen. Dieser Ballon des CCfL wird geführt von Hans Hiedemann und landet nach zwei Stunden bereits in Leichlingen. Sieger wird der Ballon „Hamburg“ mit dem Piloten Freiherr von Pohl.

Die Kölner Zeitungen hatten die Bürger schon Tage vorher auf diese großen Veranstaltungen eingestimmt und Tausende von Schaulustigen wurden an diesem gewittrig/regnerischem Tag Zeugen einer beeindruckenden Sportveranstaltung. Hohe Eintrittspreise halten das Publikum jedoch auf Distanz.
Der Korb- und Prominentenplatz füllt sich während der Startvorbereitungen nur spärlich, die Gratisplätze dagegen sind schnell gefüllt.

Bei den Startvorbereitungen werden die Luftschiffer von den Soldaten der am 01-04-1909 von Berlin nach Köln verlegten Luftschiffer-Abteilung unterstützt, während die Kapelle des Bergischen Feldartillerie Regiments 59 unermüdlich spielt.

Bitte bewegen Sie den
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Aufziehende Gewitter machen die Luftschiffer bedenklich, doch nach Befolgung aller angeordneter Vorsichtsmaßnahmen, kann Prinz Oskar von Preußen das Startsignal geben. Aufregung gibt es, als sich zwei kleinere Ballone in der Luft ineinander verhaken. Die Besatzungen schaffen es jedoch, die Ballone wieder zu trennen. Der Zug der 35 Ballone, der in nordöstlicher Richtung über Köln zieht, ist imponierend.
An diesem größten internationalen Wettbewerb vor dem Krieg nehmen ein belgischer und ein schweizer Ballon teil.
 
 
1909-06-28

Im Rahmen der Veranstaltungen findet eine Rheinfahrt mit dem Sonderdampfer „Rheingold“ nach Königswinter statt. Nach einem Besuch des Petersberges geht die Fahrt abends nach Remagen weiter.
Ankunft in Köln um 23 Uhr.
 
 
1909-06-29















Internationale Ballonweitfahrt in Köln

2. Ballon-Massenstart zu einem Wettfliegen-
Auch diese Veranstaltung ist organisiert vom Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL).

Auf dem Gelände des Jugendspielplatzes am Lindentor starten um 15 Uhr (Planzeit) 34 Ballone.
Der Ballon „CLOUTH III“, unter Führung von Fr.Grüneberg, erringt den 2. Platz.

Auch an diesem Tag spielt die Kapelle des Bergischen-Feld-Artillerie-Regiments 59.
Außer den üblichen Ehrenpreisen sind zum 1. Mal auch Geldpreise von 150 bis 2.000 Mark ausgesetzt..
Trotz strömenden Regens gelingen Fahrten bis Belgien oder bis zur franz./luxemburg. Grenze.

Anm. Zur Finanzierung der Veranstaltungen brachte der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) 16.000 Mark auf, die jedoch durch die verkauften Eintrittskarten nicht gedeckt wurden, weil die Preise zu hoch lagen (27-06-).
Die Stadt Köln, die zur Budgeterleichterung das für die Ballonfüllung benötigte Gas ¬ca. 95.000 bis 98.000 Kubikmeter im Wert von ca. 75.000 Mark - unentgeldlich zur Verfügung stellte, wurde wegen ihrer Großzügigkeit in der Presse kritisiert.

 
 
1909-07-17

Geburtsstunde des Flugplatzes Hangelar bei Bonn.
Der in Altenkirchen geborene Fritz Pullig erhebt sich mit seinem von ihm gebauten Gleit-Doppeldecker für 40 Sekunden auf sechs Meter Höhe vom Boden; gezogen von einem Automobil „Adler“ an einem 100 Meter langen Schleppseil.
 
 
1909-07-2
Louis Blériot (37) überquert in 32 Minuten als erster in seinem Eindecker Blériot XI den Ärmelkanal von Calais nach Dover.
 
 
1909-07-2







Angeregt durch Blériots Kanalüberquerung macht sich der Kölner Jean Hugot (1881-1956) sogleich an die Verwirklichung eigener Pläne:
Er baut eine selbstkonstruierte Flugmaschine aus Holz und Stahlblech, denn es gibt weder Kon-struktionsanleitungen noch fertige Flugzeuge.
Die Maschine wird 10 Meter lang und hat eine Spannweite von 12.80 Meter.
Der Motor, von dem Kölner Arthur Delfosse angefertigt, hat drei Zylinder, 35 PS und gibt eine Geschwindigkeit von 60 km/h.
Untergebracht ist der Flugapparat in einer Scheune auf dem Gelände des Butzweiler Hofs. Zunächst steht diese „Flugzeughalle“ allein in dem mit kniehohem Gras bewachsenen Gelände bis nach und nach auch andere Kölner Flieger die guten Start- und Landeeigenschaften des Areals nutzen und ebenfalls Unterkünfte für ihre Flugmaschinen bauen.
Hugot besitzt in der Gumprechtstraße in Köln-Ehrenfeld eine Baumaschinenfabrik und Eisengießerei.
 
 
1909-07-00
Der Kölner Handwerker Wagenbauer Signo überquert in einem Flugzeug in 100 m Höhe erstmals den Rhein. Obwohl nicht wohlhabend, hat Signo den Flugapparat selbst gebaut.
 
 
1909-07-00

Es wird ein direkter Wetterdienst für den Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL)und den Niederrheinischen Verein ins Leben gerufen, der an Feiertagen und Samstagen gehandhabt wird.
(Ob vom Meteorologischen Observatorium oder vom Club selbst, ist nicht eindeutig gesagt.)
 
 
1909-07-00





Fertigstellung der Luftschiffhalle in Köln-Bickendorf.
Auf dem Feld zwischen Köln-Ossendorf und Köln Bocklemünd entsteht ein Luftschiffhafen, der dann als „Hafen Bickendorf“ bezeichnet, die erste Platzanlage in Köln ist, die zehn Jahre lang den besonderen Zwecken der Luftschiffahrt dient.

Am Bau dieser Halle ist unter der Regie des Militär-Bauamtes die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg sowie der Ehrenfelder Bauunternehmer Stephan Pöttgen, Lessingstr. 6 beteiligt (Maurer- und Betonierarbeiten mit Moniereisen). Pöttgen ist sehr besorgt um die Ausführung der Stahl-Betonierungen   - eine Technik, die zu dieser Zeit (für ihn) noch neu ist.

 
 
1909-07-31







In Frankfurt a. Main erscheint zur „Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung“ , ILA, das lenkbare Prall-Luftschiff „Clouth II. *)
Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) schickte den Lenkballon unter Führung der Herren Richard Clouth und Hptm. a .D. v. Kleist sowie den Maschinisten nach Frank furt/M.
Die insgesamt 17 Aufstiege, die während der Ausstellungszeit erfolgen und an denen u. a. die Mitglieder des KCfL Josef Tillmann, Eugen Clouth und Dr. Müller teilnehmen, verlaufen erfolgreich und bestätigen die Richtigkeit der Konstruktion.
Bei den Fahrten waren jeweils vier oder fünf Personen an Bord.
Bei einigen Fahrten wurde das Luftschiff durch Motor- oder Steuerschaden zur Landung gezwungen.
Eine Notlandung erfolgt auf den Bäumen quer über eine Straße in Frankfurt/M.
Eine große Menschenansammlung entsteht, aber es wurde keiner verletzt.
 
 
1909-07-00

Das in der Firma Franz Clouth, Rheinische Gummiwarenfabrik in Köln-Nippes gefertigte kleine Luftschiff „CLOUTH“ wird nach Frankfurt/Main zur ILA geschickt . Erst dort wird es montiert und gefüllt, da dafür in Köln wegen verspäteter Fertigstellung keine Zeit mehr war.
 
 
1909-08-00

















Frau Tony Werntgen besucht mit ihrem Sohn Bruno in dessen Semesterferien die ILA in Frankfurt a.Main.
Ihr Sohn ist so begeistert, daß er sich eine Dauereintrittskarte wünscht. Bei seinen täglichen Besuchen sieht er den Franzosen Blériot, der erst kürzlich am 25.7. in 32 Minuten den Ärmelkanal überquerte, den belgischen Baron de Caters , der über fünfviertel Stunde in der Luft blieb und dafür 40.000 Mark bekam, und er sieht den deutschen Flieger August Euler, der den Pilotenschein Nr.1 besitzt.
Bruno Werntgen beschließt Pilot zu werden und setzt sich gegen die Widerstände seiner Mutter durch. Er bricht sein Studium ab, um Pilot und Flugtechniker zu werden.
Die Ausbildung zum Flugzeugmechaniker macht er bei der Firma Dornier in Friedrichshafen.
Die Mutter wird von der Begeisterung ihres Sohnes angesteckt, und beide gründen das „Deutsche Flugtechnische Institut“ in Köppern im Taunus, in dem es auch eine „Lehranstalt, Werkstatt und Versuchsstelle“ gibt.
Nach den Entwürfen des Sohnes werden die ersten Flugzeuge des Typs „Bruno Werntgen“ gebaut. Da Frau Tony Werntgen dies alles finanziert, kann sie als erste Frau der Welt bezeichnet werden, die als Flugzeugherstellerin tätig ist.
Mit den beiden Eindeckern mit je 30 PS-Motoren beginnt der Schulbetrieb.
Es werden Flüge von 50 Meter Höhe und von 17 Minuten Dauer erzielt.
Aus allen Teilen Deutschlands melden sich Flugbegeisterte.
Inzwischen interessieren sich verschiedene Geldgeber für die Arbeit Bruno Werntgens und man will ein größeres Unternehmen für Flugzeugbau mit angeschlossener Flugschule, unter Mitarbeit des in Flugkreisen sehr bekannten Prof. Schütte in Mannheim gründen.
Bruno Werntgen wird - 17jährig - als Konstrukteur und Fluglehrer verpflichtet. Auf Grund seiner außergewöhnlichen technischen Begabung kann er mit Genehmigung der Behörde schon den Führerschein für Kraftwagen erwerben.
Das Mannheimer Unternehmen wird jedoch von Frau Werntgen aufgekündgt.
 
 
1909-08-02

Verweis zum Thema

















Das Zeppelin-Luftschiff LZ 5 startet in Frankfurt/Main zur letzten Etappe nach Köln.
Graf Zeppelin ist an Bord und soll - mit Genehmigung des Kaisers- das Luftschiff persönlich an das Militär der Festung Köln abliefern.
Dort soll es als ZII in Dienst gestellt werden.

Bei der Überfahrt über den Rhein in Erpel muß das Luftschiff wegen aufkommenden Sturms wenden und nach Frankfurt/M. zurückkehren. *)
Ein erneuter Versuch am 04-08- scheiterte unterwegs wegen eines Schraubenbruchs.

Bei seiner nächsten Fahrt am 05-08- erreicht es dann ohne Zwischenfall Köln.


*) Hinweis: Ein Denkmal auf der Erpeler Ley erinnert an dieses Ereignis mit folgender Inschrift auf einem Naturstein:

GEDENKSTEIN
DER ERSTEN FAHRT EINES LENKBAREN
LUFTSCHIFFES ÜBER DEN RHEIN

STURMFAHRT
SR EXL. DES GRAFEN VON ZEPPELIN MIT ZII
-AM 2TEN AUGUST 1909-

Gewidmet von der Gemeinde Erpel

 
 
1909-08-04
Bei dem zweiten Versuch (erster am 02-08-) des Grafen Zeppelin sein Luftschiff LZ 5 zur Festungsstadt Köln zu bringen, zwingt beim Start in Frankfurt/M. ein Schraubenbruch zum Abbruch, und man muß warten, bis der Schaden behoben ist.
 
 
1909-08-05

Verweis zum Thema






























Das Zeppelin-Luftschiff LZ 5 erscheint, von Ferdinand Graf von Zeppelin selbst gesteuert, über Köln und landet vor der neuerrichteten Luftschiffhalle am Ossendorfer Weg in Köln-Bickendorf. Hier befinden sich zahlreiche Ehrengäste.
Seit den frühen Morgenstunden warten die Menschen auf das Erscheinen des Zeppelins. Als er sich endlich von Westen kommend am Horizont zeigt, geht ihr Jubel unter im Geläute der Kaiserglocke des Kölner Doms.
Vor der Landung umkreist LZ 5 zweimal die Domtürme und präsentiert sich so den Kölnern.


Graf Zeppelin erhielt vom Kaiser die Genehmigung, das Luftschiff persönlich der Festung Köln zu übergeben. Die Luftschiffer nehmen das Luftschiff LZ 5 unter der militärischen Bezeichnung Z II in Dienst (bis 25-04-1910). Bei der Überführungsfahrt nach Köln wurde geschickt die Möglichkeit genutzt, in Frankfurt/M. am 31.07.auf der ILA (Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung) eine Zwischenlandung einzu-legen.

Oberbürgermeister Max Wallraf und der Gouverneur der „Festung Cöln“, General der Infanterie von Sperling, begrüßen den Grafen Zeppelin.
OB Wallraf überreicht ihm einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den Farben des Reiches und der Stadt Köln.
Dann erklingt das beziehungsreiche Lied von Ostermann: „Et hät noch immer, immer jot jejan-ge...“, das alle mitsingen. Damit wird angespielt auf die am 02- und 04-08- mißglückten ersten beiden Fahrten von Frankfurt/M. nach Köln.
Der Männergesangverein Köln-Bickendorf huldigt den Grafen mit einer Hymne.

Um Platz für dieses große Schiff zu schaffen, hat man die anderen Lenkballone etwas seitwärts abgestellt.

Die Maße des LZ 5/Z II sind: Länge: 136m, Durchmesser: 13m, Inhalt: 15.000 cbm.

Nach der Begrüßung bildet sich ein improvisierter Festzug zur Stadt.
Im offenen Wagen sitzend, von einer Ehrenschwadron der Deutzer Kürassiere eskortiert, steigert sich der Korso auf den Ringstraßen vom Deutschen Ring bis zum Ubierring zu einer Triumpffahrt, die am Hafen vorbei zum Sassenhof führt. Hier geht die Fahrt am Heumarkt durch den wegen des Eucharistischen Kongresses (vom 4.-8.8.) für den Einzug des Kardinals gebauten Triumphbogen zum Dom, über die festlich geschmückte Komödienstraße, den Gereonshof zur Herwarthstr. 31.
Am Abend ist Graf Zeppelin Gast im Offiziers-Kasino der Kaserne am Neumarkt. *)
Kölner Bürger vor dem Gebäude jubeln dem Grafen zu, als er sich auf dem Balkon zeigt.
Er winkt einen einfachen Mann aus dem Volke zu sich auf den Balkon und bedankt sich bei ihm
- stellvertretend für das ganze deutsche Volk - mit bewegenden Worten für die durch die Natio-nalspende zusammengekommende Summe von über 6,1 Millionen Mark, die ihm den Weiterbau von Zeppelin-Luftschiffen nach der Brandkatastrophe von LZ 4 in Echterdingen am 05-08-1908 ermöglichte.

Der Graf nimmt im Hause Herwarthstr. 31, bei dem Rechts-Beigeordneten der Stadt Köln, Walter Laué, Quartier.
Hinweis: Eine Inschrift am Erker des Hauses erinnert noch heute an dieses Ereignis.

*) 1911 wird die Kaserne dort niedergelegt; es entsteht die Zeppelinstraße.

 
 
1909-08-05





Interessierte Bürger können für 5 Pfennige einen Rundgang durch die Bickendorfer Luftschiffhalle machen. Vor den Toren der Halle machen Wurst- und Eisverkäufer, Zauberkünstler und Anbieter von Ansichtskarten gute Geschäfte. Das Geschehen entwickelt sich bald zur Dauerkirmes und Volksbelustigung für die Bevölkerung.
Landwirte, die rund um die Halle ihre Felder bewirtschaften, befürchten erhebliche Feld- und Flurschäden.
Schon vor der Eröffnungsfeier macht der Bickendorfer-Ossendorfer Bürgerverein im Namen seiner Mitglieder darauf aufmerksam. Für derartig verursachte Schäden kann niemand regreßpflichtig gemacht werden, denn nach dem Naturaliengesetz vom 24.05.1898 sind nur durch Militär verursachte Schäden versichert.
 
 
1909-09-04

Das Luftschiff „CLOUTH“ macht in dieser Zeit unter Führung von Richard Clouth *) seine 4. bis 9. Fahrt vom Gelände der ILA in Frankfurt a.M.
*) Bei der 8. und 9. Fahrt lag die Führung teilweise in der Hand von Hauptmann von Kleist.
   
   
1909-09-19
















Das Luftschiff Z III passiert Köln
















   
 
1909-09-23
In dieser Zeit startet vom ILA-Ausstellungsgelände in Frankfurt a.M. das Luftschiff „CLOUTH“ unter Führung von v.Kleist zu seiner 10. bis 12. Fahrt.
 
 
1909 09 30



Erste Internationale Flugwoche in Köln.

Diese erste fliegerische Großveranstaltung wird ausschließlich von den Franzosen Louis Blériot (37), Louis Paulhan (26) und Léon Delagrange (36, Bildhauer (S61 S.220) sowie Bregi bestritten.

 

Im Anschluß an die Flugwoche stellte Blériot seine Maschine (12 m lang, 10 m breit, 60 PS-Antoinette-Motor) im Kaufhaus Karl Peters (heute Karstadt) gegen eine bei Einkauf von mindestens 3 Mark vergütbare Besichtigungsgebühr von 50 Pf. für Erwachsene und 20 Pf. für Militär und Kinder aus.
Zw. Werbung wurde die hier abgebildet Postkarte gedruckt.




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1909-10-16





Gründung des ersten Luftverkehrsunternehmens der Welt:
„ Deutsche Luftschiffahrts AG /Frankfurt/M. (DELAG)“.

Die „Delag“ richtet den Luftverkehr mit Zeppelin-Luftschiffen ein.
Die Stadt Köln beteiligt sich sofort an dieser Gesellschaft und zwar mit Mitteln, die ihr durch eine Stiftung der Kölner Bürgerschaft zur Verfügung gestellt wurden (1908-08-02).
Noch in diesem Jahr kommt ein Vertrag zwecks Stationierung eines Zeppelin-Luftschiffs in Köln zustande (jedoch: 1910-05-12 !).

 
 
1909-10-25

Großes Luftschiffmanöver in Köln (jährlich bis 1912 von Frühjahr bis Herbst).
Bei dem vom Kriegsministerium in Berlin angeordneten Manöver in Köln-Bickendorf sollen militärischerseits zum ersten Mal unstarre, halbstarre und ganz starre Luftschiffe gegeneinander ausprobiert werden.
 
 
1909-00-00









Der Kölner Club für Luftschiffahrt e.V. (KCfL) verfügt über folgende Ballone:
„ Busley“        2200 cbm        Fabrikat: Clouth gummierter Doppelstoff
„ Clouth I“      1200 cbm        Clouth gefirnisste Baumwolle
„ Clouth II“       400 cbm        Clouth gummierter Perkal
„ Clouth III“      900 cbm        Clouth gummierter Perkal
„ Clouth IV“    1600 cbm        Clouth gummierter Doppelstoff
„ Clouth V“     2200 cbm        Clouth gefirnisste Baumwolle
„ Hardefust“   1600 cbm        Clouth gummierter Doppelstoff
„ Köln“            1400 cbm        Riedinger gummierter Doppelstoff
„ Overstolz“   1400 cbm        Riedinger gummierter Doppelstoff
 
 
   
                                         
Keine Haftung für unvollständige oder fehlerhafte Informationen.
Quellenangaben können gerne bei mir erfragt werden.
     
                               
Diese Chronik ist Eigentum von Heribert Suntrop.
Eine Kopie, auch auszugsweise, ist ausdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt.

 

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